Baukulturelle Bildung – Stadt und Spiel

Spiele haben eine Reihe von positiven Eigenschaften, die sie auch für die Baukulturelle Bildung interessant machen. Sie sind niedrigschwellig und leicht zugänglich und eignen sich dazu, Informationen zu vermitteln und aktives Wissen aufzubauen. Sie können dabei helfen, eingefahrene Verhaltens- und Denkmuster aufzubrechen und sich auf unerwartete Perspektiven einzulassen, weshalb sie in der Stadtforschung mit Kindern und Jugendlichen genauso gern eingesetzt werden wie in partizipativen Prozessen.

Im Rahmen des viertägigen Fortbildungs-Workshop, der am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin angeboten wird, werden die Teilnehmenden an spielerische Formate zur Erkundung von Architektur, Stadt und urbanen Phänomenen herangeführt und dazu angeregt, die Stadt als Lernraum zu erfahren aber auch als Spielraum zurückzuerobern. Sie erleben, dass es ganz einfach ist, in und mit der Stadt zu spielen und spielerische Szenarien zu entwickeln, die dazu beitragen können, dass die vertraute Alltagsumgebung bewusster wahrgenommen wird. Als praktische Anregung dienen unter anderem die spielerischen Strategien der Dadaisten, Surrealisten, Situationisten sowie der Flaneure, die dazu beitragen können Stadt als Readymade, als Spielraum oder -szenario zu begreifen.

Die Teilnehmenden werden auf praktischer und theoretischer Ebene an das Spielen in und mit der Stadt herangeführt und erhalten vielfältige Anregungen, die ihnen ermöglichen Kinder und Jugendliche an Baukultur und baukulturelle Prozesse heranzuführen. Ziel der Fortbildung ist es, eigene Stadt-Erfahrungen zu machen und mit Hilfe der Spielexpert*innen Spiele oder Szenarien zu entwickeln, die andere dazu einladen eigene Entdeckungen zu machen. Dabei werden ausdrücklich keine Rezepte oder 1:1 umsetzbare Anleitungen vermittelt, sondern Hilfestellungen gegeben, eigenständige Ansätze und Positionen zu entwickeln.

Verankert ist der Workshop an der grund_schule der künste, einem innovativen Bildungsort an der Universität der Künste Berlin, der an der Schnittstelle von Hochschule, Schule und Bildungsinstitution angesiedelt ist. Ästhetische Bildungsprozesse, die die Perspektive des Kindes berücksichtigen, stehen in Zentrum dieses außergewöhnlichen Ortes, an dem Forschung, Lehre, Studium und Bildung praktiziert und theoretisch reflektiert werden.

Neben Lehrkräften, Pädagog*innen und Kulturvermittler*innen richtet sich der Workshop auch an Architekt*innen und Planer*innen, die ihr Vermittlungsrepertoire über das Bauen und Konstruieren hinaus um weitere Zugänge erweitern möchten. Durch das gemeinsame Lernen können nicht nur Kooperationen zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der unterschiedlichen Berufsgruppen entstehen, sondern im Idealfall werden die eigenen Erfahrungsräume um weitere professionelle Perspektiven, Zugänge und Sichtweisen ergänzt und bereichert.

Lehrende:
Dr. phil. Turit Fröbe ist Architekturhistorikerin und Urbanistin. Sie hat lange als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Gastprofessorin an der Universität der Künste gearbeitet, ist freiberuflich als Sachbuch- und Spieleautorin tätig und hat 2014 die STADTDENKEREI gegründet, mit der sie Städten und Gemeinden eine unkonventionelle, spielerische Baukulturvermittlung anbietet, aber auch Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche entwickelt.

Karsten Michael Drohsel ist Dipl.-Ing. der Stadt- und Regionalplanung, Künstler und Spieleentwickler. Er betreibt in Wien und Berlin das STUDIO IN//stabil für soziale und kulturelle Stadtentwicklung und arbeitet an nationalen und internationalen Projekten der Nachbarschaftsaktivierung und -entwicklung.

Univ.-Prof. Dr. phil. Kirsten Winderlich ist Professorin an der UdK Berlin und leitet dort die grund_schule der künste, einen Bildungsraum an der Schnittstelle zwischen Hochschule, Schule und Kulturinstitution. Ihre Schwerpunkte liegen in der Kindheitsforschung unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive Ästhetischer Bildung in Theorie und Praxis.

Weitere Informationen
Die Teilnehmenden benötigen den Wetterbedingungen entsprechende Kleidung, da der Großteil des Workshops im Stadtraum stattfinden soll.

Mit freundlicher Unterstützung von
grund_schule der künste

Lehrende
Karsten Michael Drohsel, Dr. phil. Turit Fröbe, Prof. Dr. Kirsten Winderlich

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Teilnahmeentgelt:
395 Euro
Mindestteilnehmerzahl:
15
Höchstteilnehmerzahl:

20
Laufzeit:
07.05.2021 – 29.05.2021
 
7./8. Mai und 28./29. Mai 2021
Anmeldeschluss:

08.04.2021
noch Plätze frei